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| Assisi: via S.Francesco |
Von den Umbrern gegründet, wurde die Stadt unter dem Namen Asisium römisches Municipium. Bis ins 13. Jahrhundert entsprach die mittelalterliche Ausdehnung der der römischen. Der Bischof Rufinus evangelisierte es 238 nach Christus. Von den Goten unter Totila 545 erobert, wurde es in der Folge vom longobardischen und dann fränkischen Herzogtum Spoleto beherrscht. Im 11 Jh. wurde es eine freie, zunächst kaisertreue Stadtgemeinde, immer mit dem guelfischen, papsttreuen Perugia im Streit. 1189, während einer Abwesenheit des kaiserlichen Statthalters Konrad von Lutzen, nutzten die Einwohner die Gelegenheit und stürmten die kaiserliche Burg. Als Perugia sich in den Freiheitskampf Assisis einmischte, zog dieses gegen Perugia in den Kampf, wurde jedoch bei Ponte S. Giovanni geschlagen. Einer der von Perugia gemachten Gefangenen war ein gewisser zweiundzwanzigjähriger Giovanni di Bernardone, auch Francesco genannt. Sohn des reichen Tuchkaufmanns Pietro di Bernardone, ursprünglich aus Lucca, und dessen provenzalischer Frau Pica, war er zwischen Ende 1181 und Anfang 1182 geboren worden. Nach der Gefangenschaft in Perugia, versuchte er es noch einmal zu Waffenehren zu gelangen, indem er sich entschloß, am Kreuzzug des Walter von Brienne teilzunehmen, aber eine plötzliche Krankheit zwang ihn, bereits in Spoleto haltzumachen. In der Zwischenzeit war in Assisi, drei Jahre nach seiner Geburt auf dem Marktplatz von Jesi (Marken), 1197 der zukünftige Kaiser Friedrich II getauft worden. Franz wechselte sein Leben, entsagte den Annnehmlichkeiten und dem väterlichen Reichtum und hatte in S. Damiano das Erlebnis mit dem Kreuz, das ihn aufforderte, die Kirche wiederzuerrichten (1205). Nachdem ihm inzwischen die Benediktiner die Kapelle S. Maria degli Angeli, auch Porziuncola genannt, überlassen hatten, gündete Franz 1208 seinen Orden, den der Minderbrüder. Nach dem Zusammentreffen mit Chiara di Favarone di Offreduccio, aus einer Adelsfamilie Assisis, gründete er 1212 für sie einen zweiten Orden, den der Klarissinnen. Es folgte 1221in Cannara die Gründung des Drittordens (Laienbrüder). 1224 erhielt er in La Verna (Arezzo) die Wundmale Christi und starb 1126 in seiner Porziuncola. Bereits zwei Jahre nach seinem Tod wurde Franz heiliggesprochen und am Tag darauf legte Papst Gregor IX den Grundstein zu der von Bruder Elias, einem Mitbruder des Heiligen, gewollten Kirche und des Klosters. Auch die Hl. Klara wurde zwei Jahre nach ihrem Tod im Jahr 1253 heiliggesprochen und im Jahr darauf begann man mit dem Bau der ihr gewidmeten Kirche.
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| Assisi: via Merry del Val |
Die Anwesenheit dieser beider herausragenden religiösen Persönlichkeiten hatte jedoch auf die weitere Geschichte Assisis kaum Einfluß. 1316 erweiterte Assisi seinen Mauerring und umschloß nunmehr den franziskanischen Klosterkomplex, das Benediktinerkloster S. Pietro und das Viertel Borgo Aretino. Der Niedergang Assisis began nach der Pestepedemie von 1348. Um die Herrschaft des Kirchenstaates über Assisi zu sichern, ließ der Kardinal Albornoz auf den Resten der kaiserlichen Burg die Festung Rocca Maggiore errichten (1367). Ab dem 14. Jh. und bis ins 16. Jh. bekämpften sich die beiden bedeutendsten Familien Assisis, die Nepis (der Parte de Sopra, der Oberstadt) und die Fiumi (der Parte de Sotto, der Unterstadt), obwohl die Stadt lange verschiedenen Signorien unterworfen war (Biordo Michelotti, Broglio di Trinci, Galeazzo Visconti, Braccio Fortebraccio, Francesco Sforza, Jacopo Piccinino). Erst unter dem Papst Pius II Piccolomini (1458-64) kehrte Assisi endgültig in den Schoß des Kirchenstaates zurück.